Ist es legal, mit CBD zu kochen? Alles, was Sie über CBD-Kekse und das Gesetz in Deutschland wissen müssen

Lukas Schreiber Jan 3 2026 Gesundheit und Ernährung
Ist es legal, mit CBD zu kochen? Alles, was Sie über CBD-Kekse und das Gesetz in Deutschland wissen müssen

Stellen Sie sich vor: Sie backen Kekse für Ihre Freunde. Aber diese Kekse enthalten CBD. Kein THC. Kein Rausch. Nur beruhigende Pflanzenstoffe. Ist das legal? Oder riskieren Sie eine Strafe, nur weil Sie etwas Gesundes probieren wollen? Die Antwort ist komplizierter, als Sie denken - und sie hängt von einem einzigen Wert ab: CBD.

Was ist CBD, und warum ist es in der Küche beliebt?

CBD, oder Cannabidiol, ist eine natürliche Verbindung aus der Hanfpflanze. Im Gegensatz zu THC, dem psychoaktiven Stoff in Marihuana, macht CBD nicht high. Es wirkt beruhigend, entzündungshemmend und kann helfen, Schlafprobleme, Stress oder leichte Schmerzen zu lindern. Deshalb finden es immer mehr Menschen in Lebensmitteln: in Öl, Tee, Schokolade - und eben auch in Keksen.

In Deutschland ist CBD als Lebensmittelzusatzstoff erlaubt - aber nur unter strengen Bedingungen. Die Europäische Union hat 2019 entschieden, dass CBD-Extrakte als „neue Lebensmittel“ gelten. Das bedeutet: Sie müssen vor dem Verkauf genehmigt werden. Bis heute sind nur wenige CBD-Produkte offiziell zugelassen. Die meisten, die Sie im Supermarkt oder online finden, sind in einer rechtlichen Grauzone.

Was sagt das deutsche Gesetz konkret?

Das deutsche Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuch (LFGB) verbietet nicht explizit CBD. Aber es verbietet Substanzen, die als „nicht sichere Lebensmittel“ gelten. Und hier kommt die entscheidende Frage: Ist Ihr CBD-Extrakt aus Hanf mit weniger als 0,2 % THC? Wenn ja, dann ist es technisch erlaubt - aber nur, wenn es nicht als Arzneimittel beworben wird.

Die Bundesopiumstelle und das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) warnen seit Jahren: CBD-Produkte, die nicht als zugelassene Lebensmittel gekennzeichnet sind, können rechtlich problematisch sein. Selbst wenn Sie CBD selbst anbauen, trocknen und in Kekse geben - Sie verletzen kein Gesetz, wenn Sie es nur für Ihren eigenen Gebrauch tun. Aber wenn Sie es an Freunde geben, auf Märkten verkaufen oder online anbieten, wird es kompliziert.

Ein Fall aus 2023 in Berlin zeigte das: Ein Bäcker, der CBD-Kekse in seinem Café verkaufte, bekam eine Abmahnung vom Gesundheitsamt. Der Grund? Seine Produkte enthielten CBD-Öl, das nicht als zugelassenes Lebensmittel eingetragen war. Er musste die Kekse vom Markt nehmen - und eine Geldstrafe zahlen.

Was ist der Unterschied zwischen CBD-Öl und CBD-Extrakt?

Nicht alles, was „CBD“ auf der Flasche steht, ist gleich. Es gibt drei Hauptformen:

  • Full-Spectrum-CBD: Enthält alle natürlichen Verbindungen der Hanfpflanze - inklusive Spuren von THC (unter 0,2 %).
  • Broad-Spectrum-CBD: THC wurde entfernt, aber andere Cannabinoiden und Terpene bleiben.
  • Isoliertes CBD: Nur reines CBD, keine anderen Pflanzenstoffe.

Fürs Kochen ist Isoliertes CBD die sicherste Wahl - es enthält kein THC und ist weniger anfällig für rechtliche Probleme. Full-Spectrum kann in der Küche genutzt werden, aber nur, wenn Sie sicher sind, dass der THC-Gehalt unter 0,2 % bleibt - und das ist schwer zu kontrollieren, wenn Sie selbst extrahieren.

Ein weiterer Punkt: Hitze. CBD zerfällt ab etwa 160 °C. Wenn Sie Kekse bei 180 °C backen, verlieren Sie bis zu 40 % des CBD. Das bedeutet: Sie brauchen mehr Ausgangsmaterial, um die Wirkung zu halten. Ein guter Trick? Mischen Sie das CBD-Öl nach dem Backen, etwa in die Glasur oder die Füllung. So bleibt mehr davon erhalten.

Bäcker mit unzulässigen CBD-Keksen vor Gesundheitsamt-Inspektor in Berlin.

Kann man CBD-Kekse legal verkaufen?

Nein - nicht einfach so.

Um CBD als Lebensmittel zu verkaufen, müssen Sie eine „neue Lebensmittel-Zulassung“ bei der EU einreichen. Das kostet mindestens 25.000 Euro und dauert bis zu zwei Jahre. Nur wenige Unternehmen haben das geschafft - vor allem große Marken mit Pharma-Hintergrund. Kleinere Anbieter, die CBD-Kekse online verkaufen, tun das oft ohne Zulassung. Das ist rechtlich riskant. Das Gesundheitsamt kann die Produkte beschlagnahmen, und Sie riskieren Bußgelder von bis zu 25.000 Euro.

Wenn Sie CBD-Kekse nur für Familie, Freunde oder auf einem privaten Flohmarkt geben - ohne Werbung, ohne Preisangabe - ist das in der Praxis meist toleriert. Aber es bleibt ein Graubereich. Wenn jemand allergisch reagiert oder sich krank fühlt, können Sie haftbar gemacht werden.

Was passiert, wenn man CBD mit Alkohol kombiniert?

Einige Leute mischen CBD-Öl in Liköre oder alkoholische Kekse. Das ist besonders riskant. Alkohol verändert die Wirkung von CBD - und umgekehrt. Beide wirken beruhigend. Zusammen können sie Schwindel, Übelkeit oder extreme Müdigkeit verursachen.

Und rechtlich? Alkoholische Getränke mit CBD fallen unter das Alkoholgesetz und das Lebensmittelrecht - zwei unterschiedliche Behörden. Die Kombination ist in Deutschland offiziell nicht erlaubt. Selbst wenn das CBD legal wäre, macht der Alkohol es illegal.

Hund blickt auf CBD-Kekse, die als Futtermittel nicht zugelassen sind.

Wie backt man CBD-Kekse sicher und legal?

Wenn Sie CBD-Kekse für sich oder Ihre Familie backen wollen, hier ist ein einfacher, sicherer Weg:

  1. Wählen Sie isoliertes CBD-Öl mit 0 % THC - prüfen Sie das Zertifikat des Herstellers (COA).
  2. Verwenden Sie nur Produkte, die explizit als „Lebensmittelqualität“ gekennzeichnet sind.
  3. Backen Sie bei 160 °C oder darunter, um CBD zu schonen.
  4. Mischen Sie das CBD nach dem Backen in die Glasur oder die Füllung - nicht in den Teig.
  5. Verzichten Sie auf Werbung. Keine Aussagen wie „hilft bei Angst“ oder „beruhigt“. Das macht es zu einem Arzneimittel - und das ist verboten.

Ein einfaches Rezept: 200 g Butter, 150 g Zucker, 1 Ei, 300 g Mehl. Backen bei 160 °C für 12 Minuten. Nach dem Abkühlen: 10 Tropfen CBD-Öl (5 % Konzentration) in 1 EL Honig rühren und als Glasur über die Kekse träufeln. Fertig.

Was ist mit CBD für Haustiere?

Viele Leute backen CBD-Kekse für Hunde oder Katzen. Aber: Tiere sind nicht Menschen. Ihr Stoffwechsel verarbeitet CBD anders. In Deutschland ist CBD für Tiere nicht als Futtermittel zugelassen. Selbst wenn es für Menschen legal wäre, ist es für Tiere verboten - und das wird streng kontrolliert.

Ein Fall aus München 2024: Ein Tierarzt meldete einen Hund, der nach CBD-Keksen schwer krank wurde. Die Behörden fanden heraus, dass der Besitzer CBD-Öl aus dem Internet gekauft hatte - mit 0,8 % THC. Der Hund hatte eine leichte Vergiftung. Der Besitzer bekam eine Verwarnung. Keine Strafe - aber ein klarer Hinweis: Auch für Tiere gilt: Nur zugelassene Produkte.

Fazit: Ist es legal, mit CBD zu kochen?

Ja - aber nur für sich selbst. Und nur, wenn Sie aufpassen.

Sie dürfen CBD-Kekse backen, wenn Sie:

  • Isoliertes CBD mit 0 % THC verwenden,
  • Keine Werbung machen,
  • Keine Preise nennen,
  • Und die Kekse nicht verkaufen oder verschenken, ohne Risiko einzugehen.

Wenn Sie das tun, verletzen Sie kein Gesetz. Aber Sie betreten ein rechtliches Niemandsland. Es gibt keine klaren Regeln - nur Warnungen und Einzelfallentscheidungen.

Die Zukunft? Die EU arbeitet an einer neuen CBD-Verordnung. Bis 2027 könnte es klare Regeln für Lebensmittel geben. Bis dahin: Backen Sie - aber mit Augenmaß. Und fragen Sie sich immer: Was wäre, wenn jemand krank wird? Würde ich das Risiko eingehen?

Kann ich CBD-Kekse in Deutschland verkaufen?

Nein, nicht ohne offizielle Zulassung als „neues Lebensmittel“ bei der EU. Das kostet mindestens 25.000 Euro und dauert Jahre. Die meisten Online-Angebote sind rechtswidrig und können beschlagnahmt werden.

Ist CBD in Lebensmitteln überhaupt erlaubt?

CBD ist als Lebensmittelzusatzstoff grundsätzlich erlaubt - aber nur, wenn es als zugelassenes Produkt eingetragen ist. Die meisten Produkte auf dem Markt haben diese Zulassung nicht. Sie befinden sich in einer Grauzone.

Welche CBD-Form ist am besten zum Kochen?

Isoliertes CBD (CBD-Isolat) ist die sicherste Wahl. Es enthält kein THC und ist weniger anfällig für rechtliche Probleme. Full-Spectrum-Öle bergen das Risiko, dass der THC-Gehalt trotzdem über 0,2 % liegt - besonders bei ungenauen Dosierungen.

Was passiert, wenn ich CBD mit Alkohol koche?

Die Kombination von CBD und Alkohol ist in Deutschland offiziell nicht erlaubt. Beide wirken beruhigend - zusammen können sie starke Nebenwirkungen verursachen. Zudem fallen alkoholische Produkte mit CBD unter zwei unterschiedliche Gesetze - was die rechtliche Lage noch komplizierter macht.

Darf ich CBD-Kekse für meinen Hund backen?

Nein. CBD ist in Deutschland nicht als Futtermittel zugelassen. Selbst wenn es für Menschen legal wäre, ist es für Tiere verboten. Es gibt keine gesicherten Dosierungen für Haustiere, und unkontrollierte Produkte können gefährlich sein.

Wie viel CBD verliert man beim Backen?

CBD zerfällt ab etwa 160 °C. Bei 180 °C verlieren Sie bis zu 40 % des Wirkstoffs. Um mehr CBD zu erhalten, mischen Sie das Öl nach dem Backen in Glasur, Füllung oder Buttercreme - nicht in den Teig.

Kann ich CBD aus meinem eigenen Hanf extrahieren?

Sie dürfen Hanf mit weniger als 0,2 % THC anbauen - aber nur als Zierpflanze. Die Extraktion von CBD ist in Deutschland ohne Genehmigung verboten. Selbst wenn Sie es nur für sich verwenden, riskieren Sie Strafen, wenn die Behörden es entdecken.

Ähnlicher Beitrag, der Ihnen gefallen könnte