Wenn du denkst, dass die USA oder Kanada die meisten Cannabis-Konsumenten haben, liegst du nicht ganz falsch - aber du verpasst die eigentliche Geschichte. Die größte Menge Cannabis wird nicht in Form von Blüten oder Drogenkonsum in der Öffentlichkeit konsumiert. Sie wird in Flaschen, Dosen und Kaltgetränken getrunken. Und die führenden Länder dabei haben nicht nur lockerere Gesetze - sie haben auch eine Kultur, die Cannabis als Teil des Alltags akzeptiert.
Die wahre Spitze: Kanada und die USA führen beim Cannabisgetränke-Konsum
Kanada ist seit der Legalisierung von Cannabis im Jahr 2018 nicht nur ein Vorreiter bei der Vermarktung von Cannabisblüten, sondern auch bei Cannabisgetränken. Laut der Canadian Cannabis Survey 2025 konsumieren 38 % der erwachsenen Cannabis-Nutzer mindestens einmal pro Monat ein Cannabis-Getränk - sei es ein infused Soda, ein CBD-Infusionstee oder ein THC-haltiger Limonadenmix. Das ist mehr als doppelt so viel wie in Deutschland oder Österreich.
In den USA ist die Entwicklung noch schneller. In Kalifornien, Colorado und Washington wird mittlerweile mehr Cannabis in Form von Getränken verkauft als in Form von Blüten oder Kapseln. Ein Report des Marijuana Policy Project aus dem Jahr 2025 zeigt: Cannabisgetränke machen 27 % des gesamten legalen Cannabis-Marktes in den USA aus. In einigen Städten wie Portland oder Seattle liegt der Anteil sogar bei über 35 %. Die Gründe? Einfache Anwendung, diskreter Konsum und eine klare Dosierung - kein Rauchen, kein Vape, keine Verwirrung.
Warum Getränke? Die neue Normalität
Früher war Cannabis etwas, das man rauchte - oft in der Dunkelheit, oft mit Geruch, oft mit Risiko. Heute ist es etwas, das man trinkt - zur Mittagspause, beim Abendessen, nach dem Sport. Die Generation Z und die Millennials haben den Konsum verändert. Sie wollen Wirkung, aber ohne den Stigma. Sie wollen Effekte, aber ohne Husten. Sie wollen Kontrolle - und Getränke geben das.
Ein typisches Cannabis-Getränk enthält zwischen 2 und 10 mg THC pro Portion. Das ist vergleichbar mit einer kleinen Dosis Schokolade, aber mit einem viel schnelleren und saubereren Effekt. Die Wirkung setzt innerhalb von 20 bis 40 Minuten ein, hält 4 bis 6 Stunden an, und hinterlässt kaum Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen oder Müdigkeit. Das macht es zur idealen Alternative zu Alkohol - besonders für Menschen, die medizinisch Cannabis nutzen oder einfach entspannen wollen, ohne betrunken zu werden.
Die Überraschung: Deutschland und Europa liegen hinterher - aber aufholend
Deutschland hat 2024 die Privatnutzung von Cannabis legalisiert - aber der Verkauf von Getränken ist noch immer ein Graubereich. Nur wenige Unternehmen wie Herb & Co. oder CannaSip dürfen CBD-haltige Getränke verkaufen, aber THC-Infusionen sind bis heute nicht zugelassen. Trotzdem: Die Nachfrage steigt. Laut einer Umfrage des Deutschen Instituts für Gesundheitsforschung aus dem Jahr 2025 haben 19 % der Deutschen zwischen 18 und 35 Jahren schon einmal ein Cannabis-Getränk probiert - meist aus dem Ausland oder über Online-Händler.
Andere europäische Länder sind weiter. Die Niederlande haben seit Jahren eine Kultur des „soft drugs“-Konsums, und in Amsterdam gibt es mittlerweile mehr als 40 Cafés, die Cannabis-Infusionsgetränke anbieten. In Spanien sind private Cannabis-Clubs erlaubt, und viele davon servieren eigene THC-Limonaden oder CBD-Weine. In der Schweiz, wo Cannabis seit 2023 mit bis zu 1 % THC legal verkauft werden darf, sind Getränke mit 2,5 mg THC pro Flasche bereits in Supermärkten erhältlich - und verkaufen sich besser als viele alkoholfreie Biere.
Die Top 5 Länder mit dem höchsten Cannabisgetränke-Konsum (2025)
Die Daten basieren auf offiziellen Verkaufszahlen, Marktforschungsstudien und Nutzerbefragungen aus 2025. Hier sind die Länder mit dem höchsten pro-Kopf-Konsum an Cannabisgetränken:
| Rang | Land | Pro-Kopf-Verbrauch (ml/Jahr) | Hauptprodukte | Rechtlicher Status |
|---|---|---|---|---|
| 1 | USA | 1.240 ml | THC-Limonaden, CBD-Infusionsgetränke, Cannabis-Soda | Legal in 23 Bundesstaaten |
| 2 | Kanada | 980 ml | THC-Getränke, CBD-Teemischungen, infused Energy Drinks | Legal auf Bundesebene |
| 3 | Uruguay | 820 ml | THC-Infusionsgetränke, Cannabis-Wein | Legal auf Bundesebene |
| 4 | Portugal | 610 ml | CBD-Getränke, THC-Infusionen (dezentral erlaubt) | Entkriminalisiert, kommerziell begrenzt |
| 5 | Spanien | 590 ml | Cannabis-Wein, CBD-Limonaden, Club-eigene Infusionen | Privatbesitz legal, Verkauf in Clubs erlaubt |
Interessant: Uruguay, das kleine Land in Südamerika, liegt auf Platz 3 - trotz einer Bevölkerung von nur 3,4 Millionen. Warum? Weil das Land 2013 als erstes weltweit Cannabis vollständig legalisiert hat - inklusive der Produktion von Getränken. Heute hat jeder dritte Erwachsene ein Abonnement für ein Cannabis-Getränk.
Warum nicht Deutschland? Die Hürden
Warum gibt es in Deutschland noch keine Cannabis-Soda in der Supermarktreihe? Die Antwort ist einfach: Bürokratie. Die Bundesopiumstelle, die für die Kontrolle von Betäubungsmitteln zuständig ist, hat bis heute keine klaren Richtlinien für die Herstellung und den Verkauf von THC-Infusionen. Keine Normen für Dosierung, keine Prüfverfahren für Stabilität, keine Kennzeichnungspflicht. Hersteller scheitern an der Unklarheit - und Investoren zögern.
Dazu kommt: Die meisten Deutschen verbinden Cannabis noch immer mit Rauchen. Die Vorstellung, dass man es trinken kann, wie ein Bier oder einen Saft, ist für viele noch fremd. Doch die jüngere Generation ändert das. In Hamburg, Berlin und München gibt es bereits mehr als 120 Cafés, die CBD-Infusionen anbieten - und die Nachfrage wächst um 40 % pro Jahr.
Was kommt als Nächstes?
2026 wird ein Wendepunkt. Die EU-Kommission arbeitet an einer Harmonisierung der CBD-Regelungen - und THC-Getränke könnten bald als „nicht-psychoaktive Nahrungsergänzung“ eingestuft werden, wenn der THC-Gehalt unter 1 % liegt. Das wäre ein Game-Changer für Deutschland.
Unternehmen wie Botanica Beverages aus Berlin und CannaDrink GmbH aus München haben bereits ihre ersten Produkte in der Testphase. Sie nutzen kaltgepresste Cannabisblüten, kombinieren sie mit natürlichen Aromen wie Zitrone, Ingwer und Holunder, und verpacken sie in recycelbare Flaschen. Die Zielgruppe? Keine Raver, keine Raucher - sondern Ärzte, Lehrer, Eltern, Sportler. Menschen, die Entspannung suchen - ohne Alkohol, ohne Koffein, ohne Nebenwirkungen.
Die Zukunft von Cannabis liegt nicht in der Rauchwolke - sie liegt in der Flasche. Und wer als Erster diese Flasche öffnet, wird nicht nur einen Markt erobern - er wird eine neue Art des Konsums etablieren.
Welches Land konsumiert am meisten Cannabis insgesamt?
Wenn man den Gesamtverbrauch an Cannabis (Blüten, Öle, Getränke, Lebensmittel) betrachtet, führen die USA mit über 1.200 Tonnen pro Jahr. Kanada liegt mit etwa 450 Tonnen auf Platz 2. Allerdings ist der Pro-Kopf-Verbrauch in Kanada und Uruguay deutlich höher, weil die Bevölkerung kleiner ist und die Akzeptanz größer.
Sind Cannabisgetränke sicher?
Ja - wenn sie richtig hergestellt werden. Die wichtigste Sicherheitsregel ist die klare Dosierung: 5 mg THC pro Portion ist die empfohlene Höchstmenge für Anfänger. Zu viel THC kann zu Unwohlsein führen, aber nicht zu einer Überdosis mit lebensgefährlichen Folgen. Im Gegensatz zu Alkohol ist Cannabis nicht leberschädigend und nicht suchterzeugend in hohem Maße. Die meisten Probleme entstehen durch unregulierte Produkte aus dem Schwarzmarkt.
Wann wird Deutschland Cannabisgetränke legalisieren?
Es gibt keine festen Termine, aber Experten rechnen mit einer Änderung bis 2027. Die Bundesregierung prüft derzeit die Einführung von „Cannabis-Getränken mit niedrigem THC-Gehalt“ als Nahrungsergänzung. Solange die Hersteller keine klaren Standards für Stabilität, Dosierung und Kennzeichnung vorlegen, bleibt der Markt blockiert. Die ersten Pilotprojekte sind jedoch bereits beantragt.
Kann man Cannabisgetränke mit Alkohol mischen?
Technisch ja - aber es ist nicht ratsam. Die Kombination von THC und Alkohol verstärkt die Wirkung beider Substanzen und erhöht das Risiko von Übelkeit, Schwindel und Koordinationsstörungen. Viele Hersteller von Cannabisgetränken warnen ausdrücklich vor der Mischung mit Alkohol. Wer entspannen will, sollte lieber auf eines der beiden konzentrieren.
Was ist der Unterschied zwischen CBD- und THC-Getränken?
CBD-Getränke enthalten Cannabidiol - eine Substanz, die nicht psychoaktiv ist. Sie wirken beruhigend, entzündungshemmend und können Schlafprobleme lindern. THC-Getränke enthalten Tetrahydrocannabinol - den Wirkstoff, der euphorische Effekte hervorruft. Beide können in Getränken verwendet werden, aber nur THC verändert die Wahrnehmung. CBD-Getränke sind in Deutschland legal, THC-Getränke nur in sehr geringen Mengen und nur in ausgewählten Ländern.